Spaniens Rekordserie: 37 Spiele ungeschlagen und Simóns drei Bestmarken

Updated Juli 2026
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Spanien geht mit 37 Spielen ohne Niederlage in den WM-Final — und hat damit den Allzeit-Weltrekord Italiens aus den Jahren 2018 bis 2021 eingestellt. Ein Sieg oder ein Unentschieden am Sonntag gegen Argentinien bedeutet 38 und damit den alleinigen Rekord. Parallel dazu hat Torhüter Unai Simón in diesem Turnier gleich mehrere Bestmarken aufgestellt, die in der Berichterstattung regelmässig durcheinandergeraten — es sind drei verschiedene Rekorde mit drei verschiedenen Bezugsgrössen. Ich schlüssele Serie, Turnierbilanz und Torhüter-Rekorde systematisch auf, weil hier fast jede kursierende Zahl eine Präzisierung braucht.

Leeres Fussballtor mit Netz auf gepflegtem Rasen im Abendlicht, Flutlicht im Hintergrund
Ein Gegentor in sieben Spielen: Spaniens Turnier ist eine defensive Ausnahmeleistung. Bild: Symbolbild.
Serie ohne Niederlage 37 Spiele — Weltrekord eingestellt (Italien 2018–2021)
Letzte Niederlage 28. März 2024, 0:1 im Testspiel gegen Kolumbien
Turnierbilanz 7 Spiele: 6 Siege, 1 Unentschieden, 13:1 Tore
Zunull-Spiele 6 in einer Endrunde — Rekord in 96 Jahren WM-Geschichte
Bei einem Punkt am Sonntag 38 Spiele = alleiniger Weltrekord

Inhaltsübersicht

Die Serie: 37 Spiele — und warum es der Weltrekord ist

Spaniens letzte Niederlage liegt über zwei Jahre zurück: ein 0:1 im Testspiel gegen Kolumbien am 28. März 2024. Seither hat die Selección 37 Partien in Folge nicht verloren.

Hier ist eine Präzisierung nötig, weil die Einordnung dieser Serie oft falsch wiedergegeben wird: Es handelt sich um den Allzeit-Weltrekord, nicht um einen europäischen Bestwert. Die Bestmarke von 37 Spielen hielt Italien zwischen 2018 und 2021; Argentiniens Serie von 36 Spielen — jene, die 2022 gegen Saudi-Arabien endete — ist damit bereits übertroffen. Spanien hat den Weltrekord also eingestellt, noch nicht gebrochen. Dafür genügt am Sonntag ein einziger Punkt: Sieg oder Unentschieden bedeuten 38 und den alleinigen Rekord — und zwar unabhängig davon, ob der Titel danach im Elfmeterschiessen fällt oder nicht.

Die Turnierbilanz: ein Gegentor in sieben Spielen

Kennzahl Wert
Spiele 7
Siege / Unentschieden / Niederlagen 6 / 1 / 0
Tore 13:1
Zunull-Spiele 6
Einziges Gegentor De Ketelaere, 41. Minute, Viertelfinal gegen Belgien
Einziger Punktverlust 0:0 im Auftaktspiel gegen Kap Verde
Bester Torschütze Mikel Oyarzabal (5 Tore, 1 Vorlage)

Ein Gegentor in sieben Spielen ist der Kern dieser Kampagne. Der einzige Punktverlust, das torlose Auftaktremis gegen Kap Verde, hat dabei eine eigene Geschichte: Der kapverdische Torhüter Vozinha wehrte in dieser Partie 27 Schüsse ab. Kap Verde wurde anschliessend als Gruppenzweiter mit drei Unentschieden zum ersten Debütanten seit der Slowakei 2010, der die K.-o.-Phase erreichte — und traf dort im Sechzehntelfinal auf Argentinien, das sich erst nach Verlängerung mit 3:2 durchsetzte. Beide Finalisten haben sich also an derselben Mannschaft die Zähne ausgebissen.

Der markanteste Defensivwert stammt aus dem Halbfinal: Spanien hielt Frankreich bei 0.30 Expected Goals aus zehn Schüssen — der tiefste xG-Wert einer französischen Mannschaft an einer Weltmeisterschaft seit 60 Jahren. Mehr zur Selección bündelt die Teamseite Spanien.

Der Weg durch das Turnier

Runde Gegner Ergebnis
Gruppe H Kap Verde 0:0
Gruppe H Saudi-Arabien 4:0
Gruppe H Uruguay 1:0
Sechzehntelfinal Österreich 3:0
Achtelfinal Portugal 1:0 (Merino in der Nachspielzeit)
Viertelfinal Belgien 2:1
Halbfinal Frankreich 2:0

Spanien gewann die Gruppe H mit sieben Punkten und steht zum ersten Mal seit 2010 wieder in einem WM-Final — damals folgte der bisher einzige Titel. Gelingt der Coup, wäre es das Double aus Europameisterschaft und Weltmeisterschaft.

Simóns drei Rekorde — sauber getrennt

Hier liegt die grösste Verwechslungsgefahr. Unai Simón hält nach diesem Turnier drei verschiedene Bestmarken, die unterschiedliche Dinge messen:

Kennzahl Wert Bezugsgrösse Status
Zunull-Spiele in der Endrunde 2026 6 nur 2026, Gesamtzahl (nicht in Serie) Rekord — in 96 Jahren WM-Geschichte erstmals
Zunull-Spiele in Serie an WM-Endrunden 6 turnierübergreifend: Achtelfinal 2022 gegen Marokko plus fünf Spiele 2026 Rekord — erstmals überhaupt
Minuten in Serie ohne Gegentor an WM-Endrunden 650 turnierübergreifend: vom Tor Ao Tanakas (Japan) am 1. Dezember 2022 bis zum Treffer De Ketelaeres in der 41. Minute des Viertelfinals Rekord — übertrifft Walter Zengas 517 Minuten von 1990, die 36 Jahre Bestand hatten
Längste Serie innerhalb eines einzigen Turniers rund 489 Minuten nur 2026 kein Rekord — 28 Minuten kürzer als Zengas 517

Die letzte Zeile ist die wichtigste, weil sie am häufigsten falsch dargestellt wird. Zengas Rekord bezieht sich auf die längste Serie innerhalb eines einzigen Turniers — und diese Marke hat Simón gerade nicht gebrochen. Der Sender beIN hält es wörtlich fest: «he finished 28 minutes short of breaking Walter Zenga’s record for the longest clean-sheet streak achieved within a single World Cup tournament» («er blieb 28 Minuten davon entfernt, Walter Zengas Rekord für die längste Zunull-Serie innerhalb eines einzigen WM-Turniers zu brechen»). Simóns 650 Minuten sind ein turnierübergreifender Rekord — eine andere Kategorie als Zengas Bestmarke, und deshalb kein Widerspruch.

Warum kursieren so viele verschiedene Zahlen?

Weil die drei Bezugsgrössen vermischt werden. Zur Simón-Serie zirkulieren neben den 650 Minuten auch die Werte 560, 609 und 519 — sie entstehen, wenn Berichte turnierinterne und turnierübergreifende Zählweisen mischen oder Verlängerungsminuten unterschiedlich behandeln. Belastbar ist allein die Zahl 650, und sie ist von der FIFA sowie zwei weiteren Quellen bestätigt.

Die Rechnung geht auch arithmetisch auf: Restminuten der Partie gegen Japan 2022 (rund 39), das komplette Achtelfinal 2022 gegen Marokko inklusive Verlängerung (120), fünf Spiele 2026 zu je 90 Minuten (450), dazu Nachspielzeiten und die 41 Minuten des Viertelfinals bis zum Gegentor — zusammen rund 650. Wer eine der anderen Zahlen liest, liest eine Vermischung.

Drei Rekorde, drei Bezugsgrössen: 6 Zunull-Spiele in einer Endrunde, 6 in Serie über zwei Endrunden, 650 Minuten in Serie über zwei Endrunden — und Zengas Turnier-Rekord von 517 Minuten steht weiterhin.

Was am Sonntag auf dem Spiel steht

Am Sonntag stehen für Spanien mehrere Marken gleichzeitig zur Disposition. Der Weltrekord von 38 Spielen ohne Niederlage fällt bereits bei einem Unentschieden nach 90 Minuten. Beim Goldenen Handschuh ist Simón mit 1.13 Favorit (Stand 16. Juli 2026). Mikel Oyarzabals fünf Turniertore sind bereits jetzt der gemeinsame Bestwert eines Spaniers an einer einzelnen WM, zusammen mit David Villa (2010) und Emilio Butragueño (1986). Und mit Lamine Yamal, 19, steht der drittjüngste Spieler der Geschichte in einem WM-Final — jünger waren nur Pelé und Giuseppe Bergomi.

Die Vorbereitung verlief unauffällig: Spanien flog in der Nacht auf Donnerstag von Dallas nach Newark und bezog sein Turnierhotel in Montclair, New Jersey, wo Fans hinter der Absperrung auf die Mannschaft warteten. Die vollständige sportliche Vorschau steht unter Spanien – Argentinien, die Marktlage zu den Einzelwertungen in der Analyse zum Torschützenkönig.

Der Schweizer Blick: der Nati-Bezwinger als letzte Hürde

Aus Schweizer Sicht hat dieser Rekordversuch eine reizvolle Konstellation: Zwischen Spanien und dem alleinigen Weltrekord steht ausgerechnet jene Mannschaft, an der die Nati gescheitert ist. Argentinien eliminierte die Schweiz im Viertelfinal mit 3:1 nach Verlängerung — und ist nun die letzte Mannschaft, die Spaniens Serie beenden kann. Dazu passt eine Ironie der Zahlen: Der Rekord, den Spanien mit 37 Spielen bereits übertroffen hat, war Argentiniens Serie von 36. Wer die Nati-Leistung von Kansas City noch einmal nachlesen will, findet sie im Rückblick auf Argentinien – Schweiz. Angepfiffen wird am Sonntag um 21:00 Uhr (CEST); alle Anstosszeiten sammelt der Spielplan WM 2026.

  • Spanien ist seit 37 Spielen ungeschlagen und hat damit den Allzeit-Weltrekord Italiens (2018–2021) eingestellt — es ist ein Welt-, kein Europarekord. Ein Punkt am Sonntag bedeutet 38 und den alleinigen Rekord.
  • Die Turnierbilanz: sieben Spiele, ein Gegentor (De Ketelaere, 41. Minute, Viertelfinal), sechs Zunull-Spiele, 13:1 Tore.
  • Unai Simón hält drei verschiedene Rekorde: 6 Zunull-Spiele in einer Endrunde, 6 in Serie über zwei Endrunden und 650 Minuten ohne Gegentor über zwei Endrunden.
  • Walter Zengas Rekord von 517 Minuten innerhalb eines einzigen Turniers steht dagegen weiterhin — Simón blieb 28 Minuten davon entfernt. Kursierende Werte wie 560, 609 oder 519 entstehen durch vermischte Zählweisen.
  • Letzte Hürde zum Weltrekord ist Argentinien — jene Mannschaft, die die Schweiz im Viertelfinal 3:1 nach Verlängerung eliminierte und deren eigene 36-Spiele-Serie Spanien bereits übertroffen hat.
Quoten zum Final und zu den Einzelwertungen werden bei Partnern wie Boomerang Bet.com, BetiBet, BillyBets, ZotaBet, WinRolla, RichRoyal, MrPacho und Boomerang Bet io in Schweizer Franken laufend aktualisiert. Den Überblick über alle Nationalteams bietet die Rubrik Nationalmannschaften, die Titelmarkt-Einordnung die Weltmeister-Prognose 2026.
Wie lange ist Spanien schon ungeschlagen?
Seit 37 Pflicht- und Testspielen. Die letzte Niederlage war ein 0:1 im Testspiel gegen Kolumbien am 28. März 2024. Damit ist der Allzeit-Weltrekord Italiens (37 Spiele, 2018–2021) eingestellt.
Was passiert bei einem Punkt im Final?
Ein Sieg oder ein Unentschieden nach 90 Minuten bedeutet 38 Spiele ohne Niederlage — und damit den alleinigen Weltrekord, unabhängig vom Ausgang eines allfälligen Elfmeterschiessens.
Wie viele Gegentore hat Spanien an dieser WM kassiert?
Genau eines in sieben Spielen: Charles De Ketelaere traf in der 41. Minute des Viertelfinals gegen Belgien. Sechs Mal spielte Spanien zu null — das gab es in 96 Jahren WM-Geschichte bei keinem Torhüter in einer einzelnen Endrunde.
Hat Unai Simón den Rekord von Walter Zenga gebrochen?
Nein — nicht jenen. Zengas 517 Minuten beziehen sich auf die längste Serie innerhalb eines einzigen Turniers; Simón kam dort auf rund 489 Minuten und blieb 28 Minuten darunter. Gebrochen hat er den turnierübergreifenden Rekord mit 650 Minuten ohne Gegentor.
Warum stehen in verschiedenen Berichten unterschiedliche Minutenzahlen?
Weil turnierinterne und turnierübergreifende Zählweisen vermischt werden. Belastbar und mehrfach bestätigt ist allein der Wert von 650 Minuten; Angaben wie 560, 609 oder 519 entstehen durch solche Vermischungen.