Spaniens Rekordserie: 37 Spiele ungeschlagen und Simóns drei Bestmarken
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Spanien geht mit 37 Spielen ohne Niederlage in den WM-Final — und hat damit den Allzeit-Weltrekord Italiens aus den Jahren 2018 bis 2021 eingestellt. Ein Sieg oder ein Unentschieden am Sonntag gegen Argentinien bedeutet 38 und damit den alleinigen Rekord. Parallel dazu hat Torhüter Unai Simón in diesem Turnier gleich mehrere Bestmarken aufgestellt, die in der Berichterstattung regelmässig durcheinandergeraten — es sind drei verschiedene Rekorde mit drei verschiedenen Bezugsgrössen. Ich schlüssele Serie, Turnierbilanz und Torhüter-Rekorde systematisch auf, weil hier fast jede kursierende Zahl eine Präzisierung braucht.

Inhaltsübersicht
- Die Serie: 37 Spiele — und warum es der Weltrekord ist
- Die Turnierbilanz: ein Gegentor in sieben Spielen
- Der Weg durch das Turnier
- Simóns drei Rekorde — sauber getrennt
- Warum kursieren so viele verschiedene Zahlen?
- Was am Sonntag auf dem Spiel steht
- Der Schweizer Blick: der Nati-Bezwinger als letzte Hürde
- Das Wichtigste in Kürze
- Häufige Fragen
Die Serie: 37 Spiele — und warum es der Weltrekord ist
Spaniens letzte Niederlage liegt über zwei Jahre zurück: ein 0:1 im Testspiel gegen Kolumbien am 28. März 2024. Seither hat die Selección 37 Partien in Folge nicht verloren.
Hier ist eine Präzisierung nötig, weil die Einordnung dieser Serie oft falsch wiedergegeben wird: Es handelt sich um den Allzeit-Weltrekord, nicht um einen europäischen Bestwert. Die Bestmarke von 37 Spielen hielt Italien zwischen 2018 und 2021; Argentiniens Serie von 36 Spielen — jene, die 2022 gegen Saudi-Arabien endete — ist damit bereits übertroffen. Spanien hat den Weltrekord also eingestellt, noch nicht gebrochen. Dafür genügt am Sonntag ein einziger Punkt: Sieg oder Unentschieden bedeuten 38 und den alleinigen Rekord — und zwar unabhängig davon, ob der Titel danach im Elfmeterschiessen fällt oder nicht.
Die Turnierbilanz: ein Gegentor in sieben Spielen
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Spiele | 7 |
| Siege / Unentschieden / Niederlagen | 6 / 1 / 0 |
| Tore | 13:1 |
| Zunull-Spiele | 6 |
| Einziges Gegentor | De Ketelaere, 41. Minute, Viertelfinal gegen Belgien |
| Einziger Punktverlust | 0:0 im Auftaktspiel gegen Kap Verde |
| Bester Torschütze | Mikel Oyarzabal (5 Tore, 1 Vorlage) |
Ein Gegentor in sieben Spielen ist der Kern dieser Kampagne. Der einzige Punktverlust, das torlose Auftaktremis gegen Kap Verde, hat dabei eine eigene Geschichte: Der kapverdische Torhüter Vozinha wehrte in dieser Partie 27 Schüsse ab. Kap Verde wurde anschliessend als Gruppenzweiter mit drei Unentschieden zum ersten Debütanten seit der Slowakei 2010, der die K.-o.-Phase erreichte — und traf dort im Sechzehntelfinal auf Argentinien, das sich erst nach Verlängerung mit 3:2 durchsetzte. Beide Finalisten haben sich also an derselben Mannschaft die Zähne ausgebissen.
Der markanteste Defensivwert stammt aus dem Halbfinal: Spanien hielt Frankreich bei 0.30 Expected Goals aus zehn Schüssen — der tiefste xG-Wert einer französischen Mannschaft an einer Weltmeisterschaft seit 60 Jahren. Mehr zur Selección bündelt die Teamseite Spanien.
Der Weg durch das Turnier
| Runde | Gegner | Ergebnis |
|---|---|---|
| Gruppe H | Kap Verde | 0:0 |
| Gruppe H | Saudi-Arabien | 4:0 |
| Gruppe H | Uruguay | 1:0 |
| Sechzehntelfinal | Österreich | 3:0 |
| Achtelfinal | Portugal | 1:0 (Merino in der Nachspielzeit) |
| Viertelfinal | Belgien | 2:1 |
| Halbfinal | Frankreich | 2:0 |
Spanien gewann die Gruppe H mit sieben Punkten und steht zum ersten Mal seit 2010 wieder in einem WM-Final — damals folgte der bisher einzige Titel. Gelingt der Coup, wäre es das Double aus Europameisterschaft und Weltmeisterschaft.
Simóns drei Rekorde — sauber getrennt
Hier liegt die grösste Verwechslungsgefahr. Unai Simón hält nach diesem Turnier drei verschiedene Bestmarken, die unterschiedliche Dinge messen:
| Kennzahl | Wert | Bezugsgrösse | Status |
|---|---|---|---|
| Zunull-Spiele in der Endrunde 2026 | 6 | nur 2026, Gesamtzahl (nicht in Serie) | Rekord — in 96 Jahren WM-Geschichte erstmals |
| Zunull-Spiele in Serie an WM-Endrunden | 6 | turnierübergreifend: Achtelfinal 2022 gegen Marokko plus fünf Spiele 2026 | Rekord — erstmals überhaupt |
| Minuten in Serie ohne Gegentor an WM-Endrunden | 650 | turnierübergreifend: vom Tor Ao Tanakas (Japan) am 1. Dezember 2022 bis zum Treffer De Ketelaeres in der 41. Minute des Viertelfinals | Rekord — übertrifft Walter Zengas 517 Minuten von 1990, die 36 Jahre Bestand hatten |
| Längste Serie innerhalb eines einzigen Turniers | rund 489 Minuten | nur 2026 | kein Rekord — 28 Minuten kürzer als Zengas 517 |
Die letzte Zeile ist die wichtigste, weil sie am häufigsten falsch dargestellt wird. Zengas Rekord bezieht sich auf die längste Serie innerhalb eines einzigen Turniers — und diese Marke hat Simón gerade nicht gebrochen. Der Sender beIN hält es wörtlich fest: «he finished 28 minutes short of breaking Walter Zenga’s record for the longest clean-sheet streak achieved within a single World Cup tournament» («er blieb 28 Minuten davon entfernt, Walter Zengas Rekord für die längste Zunull-Serie innerhalb eines einzigen WM-Turniers zu brechen»). Simóns 650 Minuten sind ein turnierübergreifender Rekord — eine andere Kategorie als Zengas Bestmarke, und deshalb kein Widerspruch.
Warum kursieren so viele verschiedene Zahlen?
Weil die drei Bezugsgrössen vermischt werden. Zur Simón-Serie zirkulieren neben den 650 Minuten auch die Werte 560, 609 und 519 — sie entstehen, wenn Berichte turnierinterne und turnierübergreifende Zählweisen mischen oder Verlängerungsminuten unterschiedlich behandeln. Belastbar ist allein die Zahl 650, und sie ist von der FIFA sowie zwei weiteren Quellen bestätigt.
Die Rechnung geht auch arithmetisch auf: Restminuten der Partie gegen Japan 2022 (rund 39), das komplette Achtelfinal 2022 gegen Marokko inklusive Verlängerung (120), fünf Spiele 2026 zu je 90 Minuten (450), dazu Nachspielzeiten und die 41 Minuten des Viertelfinals bis zum Gegentor — zusammen rund 650. Wer eine der anderen Zahlen liest, liest eine Vermischung.
Was am Sonntag auf dem Spiel steht
Am Sonntag stehen für Spanien mehrere Marken gleichzeitig zur Disposition. Der Weltrekord von 38 Spielen ohne Niederlage fällt bereits bei einem Unentschieden nach 90 Minuten. Beim Goldenen Handschuh ist Simón mit 1.13 Favorit (Stand 16. Juli 2026). Mikel Oyarzabals fünf Turniertore sind bereits jetzt der gemeinsame Bestwert eines Spaniers an einer einzelnen WM, zusammen mit David Villa (2010) und Emilio Butragueño (1986). Und mit Lamine Yamal, 19, steht der drittjüngste Spieler der Geschichte in einem WM-Final — jünger waren nur Pelé und Giuseppe Bergomi.
Die Vorbereitung verlief unauffällig: Spanien flog in der Nacht auf Donnerstag von Dallas nach Newark und bezog sein Turnierhotel in Montclair, New Jersey, wo Fans hinter der Absperrung auf die Mannschaft warteten. Die vollständige sportliche Vorschau steht unter Spanien – Argentinien, die Marktlage zu den Einzelwertungen in der Analyse zum Torschützenkönig.
Der Schweizer Blick: der Nati-Bezwinger als letzte Hürde
Aus Schweizer Sicht hat dieser Rekordversuch eine reizvolle Konstellation: Zwischen Spanien und dem alleinigen Weltrekord steht ausgerechnet jene Mannschaft, an der die Nati gescheitert ist. Argentinien eliminierte die Schweiz im Viertelfinal mit 3:1 nach Verlängerung — und ist nun die letzte Mannschaft, die Spaniens Serie beenden kann. Dazu passt eine Ironie der Zahlen: Der Rekord, den Spanien mit 37 Spielen bereits übertroffen hat, war Argentiniens Serie von 36. Wer die Nati-Leistung von Kansas City noch einmal nachlesen will, findet sie im Rückblick auf Argentinien – Schweiz. Angepfiffen wird am Sonntag um 21:00 Uhr (CEST); alle Anstosszeiten sammelt der Spielplan WM 2026.
- Spanien ist seit 37 Spielen ungeschlagen und hat damit den Allzeit-Weltrekord Italiens (2018–2021) eingestellt — es ist ein Welt-, kein Europarekord. Ein Punkt am Sonntag bedeutet 38 und den alleinigen Rekord.
- Die Turnierbilanz: sieben Spiele, ein Gegentor (De Ketelaere, 41. Minute, Viertelfinal), sechs Zunull-Spiele, 13:1 Tore.
- Unai Simón hält drei verschiedene Rekorde: 6 Zunull-Spiele in einer Endrunde, 6 in Serie über zwei Endrunden und 650 Minuten ohne Gegentor über zwei Endrunden.
- Walter Zengas Rekord von 517 Minuten innerhalb eines einzigen Turniers steht dagegen weiterhin — Simón blieb 28 Minuten davon entfernt. Kursierende Werte wie 560, 609 oder 519 entstehen durch vermischte Zählweisen.
- Letzte Hürde zum Weltrekord ist Argentinien — jene Mannschaft, die die Schweiz im Viertelfinal 3:1 nach Verlängerung eliminierte und deren eigene 36-Spiele-Serie Spanien bereits übertroffen hat.
